Smögen Whisky Brennerei im Interview

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Nerdiger Torfrauch aus Schweden – Interview mit Pär Caldenby von der Smögen Distillery

Auf meiner Whiskyreise durch Skandinavien habe ich einen besonderen Stopp eingelegt – bei Pär Caldenby, dem Gründer und Inhaber der Smögen Distillery an der schwedischen Westküste. Pär ist nicht nur Brenner, sondern auch Whisky-Enthusiast durch und durch. Und genau das merkt man in jedem Detail seiner Arbeit. Nach einer tollen Tour durch die kleine Ein-Mann-Whisky-Brennerei (siehe Link) nahm sich Pär noch Zeit für ein Interview.

Gibt es einen typisch schwedischen Whisky?

Auf meine Frage, ob es so etwas wie ein schwedisches Whiskyprofil gibt, antwortete Pär klar: Nein. Die Brennereien im Land seien zu unterschiedlich – geografisch, klimatisch und im Stil. Wenn es aber eine Gemeinsamkeit gebe, dann sei es wohl die „nerdige“ Herangehensweise vieler schwedischer Produzenten: Leidenschaft für Single Malts mit starkem Charakter, ohne Kompromisse für Blends.
Eine Aussage, die sich bis dato mit meinem Eindruck deckt. Denn kurz zuvor war ich bei der High Coast Distillery zu Gast auf dem High Coast Whisky Festival. (Schau gern hier das Video dazu: High Coast Brennerei Tour in Schwedenund auch hier trifft ein detailverliebter Ansatz auch höchste Qualitätsansprüche. Auch hier durfte ich ein Interview mit Master Distiller Roger Melander führen, den Pär selbstverständlich gut kennt.

Der Smögen-Stil

Smögen ist bekannt für heavily peated Whiskys mit intensiver Fassprägung. Frische First-Fill-Fässer, traditionelle Worm Tub Condenser und eine klare Ausrichtung sorgen für ein kräftiges Profil. „Ich möchte, dass mein Whisky einen echten Eindruck hinterlässt. Er soll Charakter haben. Vielleicht magst Du diesen Charakter nicht, aber Du sollst Dich immer daran erinnern, dass Du einen Smögen hattest“, sagt Pär. Eine Aussage, die seine Geradlinigkeit und Leidenschaft für seinen Whisky toll zusammenfasst. 
Neben dem rauchigen Smägen brennt er auch Askeim einen ungetorften Single Malt aus alten Gerstensorten wie Golden Promise, dreifach destilliert – fruchtig, malzig und komplex.

Ein-Mann-Brennerei und schwedische Hürden

Smögen ist eine der wenigen echten One-Man-Distilleries: Pär macht alles selbst, vom Maischen bis zum Abfüllen. Die größte Herausforderung beim Start? Bürokratie. Bis 1999 war private Whiskyproduktion in Schweden verboten, und auch heute noch ist der Alkoholmarkt streng reguliert.
Erst seit Juni 2025, exakt eine Woche vor unserem Interview, dürfen Brennereien unter bestimmten Bedingungen direkt an Besucher verkaufen – allerdings nur nach einer gebuchten Tour oder einem Tasting.

Inspiration und Vision

Pärs Vorbilder reichen von schottischen Islay-Brennereien wie Ardnahoe die berühmte Campbeltown Destillerie Springbank bis zu internationalen Produzenten wie Amrut aus Indien oder Kavalan aus Taiwan. Sein Ziel: Whisky mit Charakter in Großbuchstaben – eindrucksvoll, mutig, vielleicht polarisierend, aber immer erinnerungswürdig.

Mein Fazit

Smögen steht für kompromissloses Handwerk, Intensität und die Leidenschaft eines Mannes, der für Whisky lebt. Wer Lust auf charakterstarken, detailverliebten Single Malt aus Schweden hat, sollte Pär und seine Brennerei unbedingt besuchen – am besten gleich zu einem Tasting vor Ort.


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Bis später!

Euer Leon