Trolden Brennerei Tour TN

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Mein Besuch bei der Trolden Brennerei: Whisky Tasting mit Herz und Handarbeit

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, die Trolden Brennerei in Dänemark zu besuchen – ein Highlight in der Region für Whisky-Liebhaber und Freunde handgemachter Spirituosen. In einem persönlichen Gespräch mit Thomas, dem Head of Sales, durfte ich einen spannenden Einblick in die Geschichte, Philosophie und Produktion der Destillerie gewinnen.

Von der Brauerei zur Destillerie

Die Trolden Brennerei wurde 2005 von Michael Svendsen gegründet – ursprünglich als Brauerei. Erst 2011 erhielt das Team die Möglichkeit, auch eine eigene Destille zu eröffnen. Seitdem produziert Trolden nicht nur Bier, sondern auch Whisky, Rum, Gin, Wodka und Liköre. Die Destillerie ist heute ein lebendiger Ort für Tastings, Austausch und Genuss.

Das Tasting-Erlebnis vor Ort

Die Verkostung fand in der gemütlichen Tasting Hall statt – auf Dänisch liebevoll „Bierhalle“ genannt. Hier werden regelmäßig Tastings für Bier, Gin und natürlich Whisky angeboten. Im Sommer gibt es sogar Kombi-Tastings, bei denen man sich durch die gesamte Produktpalette probieren kann. Das Besondere: Einige Sorten, insbesondere bestimmte Gins und Whiskys, gibt es exklusiv nur vor Ort.

Handwerk trifft Charakter

Beim Rundgang durch die Produktion wurde schnell klar: Trolden setzt auf echtes Handwerk. Die Destillation erfolgt in kleinen Kupferbrennblasen – drei an der Zahl. Diese Alambic Stills erzeugen oft einen Whisky, der mir nicht so sehr liegt. Trolden hat es aber geschafft, auch mich abzuholen mit den Whiskys, auch wenn es wahrscheinlich nicht auf Anhieb mein Lieblings Whisky wird, wie Ihr in der YouTube Verkostung vom Nimbus Single Malt sehen könnt.

Sowohl Bier als auch Whisky starten mit den gleichen Grundzutaten: Malz, Wasser und Hefe. Der Prozess ist arbeitsintensiv und auf Qualität ausgerichtet – von der Gärung über die doppelte Destillation bis hin zur Reifung in ausgesuchten Fässern.

Trolden experimentiert bewusst mit verschiedenen Malzsorten – von regionalem dänischen Malz bis hin zu torfigem Malz aus Belgien und Deutschland. Das Ziel ist klar: Einen eigenständigen, dänischen Whisky-Charakter zu entwickeln – abseits schottischer Traditionen, aber inspiriert von deren Qualität.

Regionalität als Stärke

Ein besonders schöner Aspekt: Trolden setzt zunehmend auf lokale Rohstoffe. Die Malze kommen, wo immer möglich, aus der Umgebung – zuletzt sogar aus einem nahegelegenen Nationalpark. Auch die Bienenstöcke, die direkt auf dem Gelände stehen, liefern Honig für den Old Tom Gin und Absinth.

Fusion zweier Destillerien

Spannend ist auch, dass sich Trolden seit Kurzem mit einer weiteren Destillerie, Mosgaard, unter einem Dach befindet. Nach der Insolvenz von Mosgaard wurden deren Fässer und Equipment nach Trolden überführt. Beide Marken bleiben eigenständig, profitieren jedoch voneinander – ein schönes Beispiel für Zusammenarbeit in der Spirituosenwelt.

Fazit: Ein Besuch, der begeistert

Mein Besuch bei Trolden war ein Blick hinter die Kulissen einer kleinen, aber feinen Destillerie, die mit viel Herzblut daran arbeitet, dänischen Whisky einzigartig zu machen. Wer sich für ehrliches Handwerk, spannende Aromen und familiäre Atmosphäre begeistert, sollte unbedingt vorbeischauen.

Bis später!

Euer Leon