Sall Whisky Interview Dänischer Farm Whisky

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Zu Besuch bei Sall Whisky: Ein Whisky Tasting mit Snævar Albertsson

Whisky bedeutet für mich vor allem eins: Austausch und Genuss – oder kurz „reden und trinken“. Geschichten erzählen, Eindrücke austauschen, Aromen erforschen, das macht für mich den Zauber von Whisky aus. Auf meiner letzten Dänemark-Reise hatte ich die Gelegenheit, einen ganz besonderen Ort und Menschen kennenzulernen: Sall Whisky in Dänemark, gemeinsam mit Gründer Snævar Albertsson. Das gemeinsame Whisky Tasting am Abend rundete für mich den Tag perfekt ab und gerne lasse ich Euch teilhaben an unserem Gespräch.

Schon die Kulisse allein war ein Erlebnis. Ich saß mit Snævar in einem Haus von 1864, direkt neben der jungen Destillerie, die 2018 gegründet wurde. Alt und neu Seite an Seite – ein Bild, das perfekt zu Sall Whisky passt. Denn hier treffen traditionelle Methoden auf Innovationsgeist.

Tradition trifft Moderne

Snævar Albertsson führt Sall Whisky als Farm-Destillerie mit einem konsequent lokalen Ansatz. Die Gerste wächst direkt auf den eigenen Feldern, die Gärung dauert besonders lang – und gebrannt wird auf direkt befeuerten Pot Stills.

Gleichzeitig ist da der moderne Gedanke: absolute Regionalität. Statt die Gerste an große Mälzereien zu liefern, bleibt sie vor Ort in Dänemark. Der kooperative Ansatz der Dänen in Sachen Whisky zeigt sich auch hier: Die Gerste wird von Thy Whisky im Nord-Westen gemälzt, ebenfalls eine Farm Destillerie. Hier sieht man sich nicht als Konkurrenz, sondern als Partner im Ziel, Dänischen Whisky auf die globale Landkarte zu setzen. Jede Ernte, jedes Feld soll sich im Whisky widerspiegeln. Diese Philosophie macht Sall Whisky zu einem Vertreter in einer neuen Generation von Brennereien.

Ein ganz besonderes Whisky Tasting: Premiere des Glød 3.1

Natürlich durfte ich verkosten – und was für ein Highlight! Gemeinsam mit Snævar schenkte ich mir eine Weltpremiere ins Glas: Glød 3.1, direkt aus dem Tank, noch nicht einmal abgefüllt. Gereift in Ex-Bourbon, Oloroso-Quarter-Casks und einem PX-Hogshead, abgefüllt mit knapp 52 % Vol.

Geschmacklich eine Wucht: süße Kirsche vom Sherry, Vanille und Würze vom Bourbon – aber immer mit einem kernigen Getreidecharakter, der die Handschrift von Sall Whisky trägt. Ein perfekter Moment, der zeigt, wie nah Feld und Glas hier beieinanderliegen.

Torf-Rauch aus Dänemark: Tørv 2.3

Als zweites Glas im Tasting stand Tørv 2.3 bereit – die rauchige Seite von Sall Whisky. Der Torf stammt aus Nordjütland und hat einen ganz eigenen Charakter: erdig, süßlich, weniger maritim als auf Islay. Für mich ist es besonders spannend rauchige Whiskys zu kosten, die nicht mit schottischem Torf hergestellt wurden. Denn Torf hat einen echten Terroir-Charakter, trägt also im wörtlichsten Sinne die Aromen des Ortes in sich, wo er gestochen wurde.

In Kombination mit Bourbon- und Sherryfässern ergibt sich ein Whisky, der kräftig, würzig und angenehm rauchig ist, aber Raum für Süße und Tiefe lässt. Für mich war Tørv 2.3 das Highlight des Abends – kraftvoll, getreidig, rauchig. Klar jung und ruppig mit gerade einmal 3 Jahren, aber bereits ein genialer Craft Whisky mit rosigen Aussichten auf die Zukunft von Sall.

Das dänische Whisky-Manifest

Snævar erzählte mir außerdem vom Danish Whisky Manifesto, das Sall Whisky gemeinsam mit neun weiteren Brennereien unterzeichnet hat. Die Grundwerte sind:

  • Herkunft: Dänischer Whisky wird aus dänischem Getreide hergestellt. (Falls nicht, soll es auf der Flasche angegeben werden)

  • Transparenz: Kreativität ist erwünscht, Zusatzstoffe sind tabu. Neben den in der EU ohnehin verbotenen Zugaben von Aromen Zusätzen will sich Dänemark auch gänzlich dem Verzicht von Zuckerkulör (Farbstoff) verschreiben.
  • Innovation („Tradition neu denken“): Offenheit über Getreidesorten, Destillations-Methoden und Fassarten.

Gerade der Fokus auf lokales Getreide hebt Dänemark von anderen Whisky-Nationen ab. Hier wird nicht nur in Dänemark gebrannt und gelagert – auch das Korn wächst vor der Haustür. Für ein Whisky Tasting bedeutet das: jede Flasche erzählt eine Geschichte von Feld, Region und Handwerk.

Von Musik zu Whisky

Besonders spannend fand ich Snævars persönlichen Werdegang: Früher tourte er mit seiner Band, bis er sich mit Freunden entschloss, eine Destillerie zu gründen. „Ich habe das Publikum gewechselt“, erzählte er lachend, „jetzt spiele ich meine Musik für Fässer – und die beschweren sich nicht, wenn sie mal fünf Jahre warten müssen.“

Fazit: Ein Tasting mit Charakter

Mein Besuch bei Sall Whisky und mein Gespräch mit Snævar Albertsson waren mehr als nur ein Whisky Tasting. Es war eine Reise in die Seele einer jungen Brennerei, die Mut zur Regionalität, zur Tradition und zum eigenen Weg zeigt.

Wer Whisky liebt, bei denen man nicht nur trinkt, sondern echte Geschichten erlebt, sollte sich Sall Whisky unbedingt vormerken. Glød 3.1 und Tørv 2.3 sind Whiskys, die zeigen, wie viel Charakter in dänischem Whisky steckt.


👉 Wenn Du Dir einen solchen Abend mit einem persönlichen Whisky Tasting nach Hause holen möchtest, melde Dich bei mir. Ich komme zu Dir und gestalte ein Tasting für Dich und Deine Freunde.

Slàinte! 🥃

Bis später!

Euer Leon